Blog Artikel

Über Hufrehe und warum Gras nicht das Problem ist:

Hier muss man zuerst zwischen der toxischen und der mechanischen Hufrehe unterscheiden.Die toxische Hufrehe (bzw Futterrehe) entsteht durch die Einnahme des Pferdes giftiger Substanzen. (Giftpflanzen, Wurmkuren, Medikamenten, Pestizide, zu kurzes gestresstes Gras,…) Oder durch die Vergiftung des Körpers durch Stoffwechselstörungen oder Nachgeburtsverhaltung. Das Hufbein senkt sich um ein paar mm und rotiert bei der toxischen Rehe normalerweise nicht.Wichtig zu sagen ist auch, dass hier die Rehe in allen 4 Hufen ausgelöst wird, weil sich das Blut mit den Toxinen gleichmäßig im Körper verteilt und in alle 4 Hufe gelangt. Wenn ein Pferd also nur an zwei Hufen betroffen ist und das Hufbein rotiert ist, liegt mit höchster Wahrscheinlichkeit eine mechanische Hufrehe vor, keine toxische!Die mechanische Hufrehe entsteht durch einen unphysiologischen Huf mit falschen Druckverhältnissen und Hebelkräften und der daraus folgenden Überbelastung der Zehenaufhängung des Hufbeins. Meistens sind die Trachten und Eckstreben zu hoch so dass sie das innenliegende Gewebe, Hufbeinäste und Hufbein hochdrücken und steilstellen. Es herrscht Druck auf den Lamellen und der Lederhaut so dass diese sich entzünden kann und das Hufbein rotieren kann. Außerdem wird durch falsche Druckverhältnisse die Blutzirkulation unterdrückt. Die Lederhaut wird nicht mehr ausreichen mit Nährstoffen versorgt und die gesunde Aufhängung leidet darunter. Die mechanische Hufrehe tritt oft nur an beiden Vorderhufen auf, weil auf ihnen das meiste Gewicht liegt. Meiner Erfahrung nach haben die meisten Hufrehefälle eine mechanische Ursache.Durch falsche Behandlung einer mechanischen Hufrehe (strenge Diät, Beschläge,…) entsteht oft im späteren Verlauf eine toxische Rehe. Das Pferd muss 16 h fressen, um seine Darmflora gesund zu erhalten, und braucht die Nährstoffe um einen gesunden Stoffwechsel zu gewährleisten und die Heilung zu unterstützen. Wenn das nicht geschieht, wird der Stoffwechsel stark belastet und es kann eine toxische Hufrehe entstehen. Wird dann noch zusätzlich dazu das Pferd ruhig gestellt und der Huf orthopädisch Beschlagen und steil gestellt, ist die Zerstörung des Hufes unausweichlich und eine Heilung in dem Zustand ist unmöglich.Genauso kann durch eine falsche Behandlung der toxischen Hufrehe, eine chronische mechanische Hufrehe entstehen.Es ist mir daher besonders wichtig hervorzuheben, dass es im Gegensatz wie es meistens gelehrt wird, nicht das Gras ist was die Pferde krank macht! Gras kann das Pferd nicht krank machen wenn es vorher gesund war. Das Pferd wird durch Gras nur krank wenn vorher der Organismus und die Hufe schon nicht gesund waren. Da gilt es also die genaue Ursache zu finden und zu beheben. Das Pferd kann und muss deshalb auch während und nach einer Rehe auf der Weide stehen bleiben. Ich bin deshalb auch absolut gegen Fressbremsen. Wichtig: Ich spreche hier von üppigen, nährstoffreichen Weiden auf denen Pferde stehen sollen. Zu stark abgefressene Weiden können Pferde krank machen, weil das zu kurze und gestresste Gras Stoffe enthält die für Pferde giftig sind. Wieso wird dann so oft dem Gras die Schuld für die Rehe gegeben?Wenn das Pferd im Frühjahr (nach monatelanger Boxenhaltung) auf die Weide kommt bewegt es sich wieder mehr. Der Huf wird also auch wieder mehr durchblutet. Es kann zu Schmerzen und entzündlichen Prozessen im Huf kommen wenn dieser nicht gesund ist, der dann als Hufreheschub durch das Gras gedeutet wird. Futterumstellung von Heu auf Gras im Frühjahr ändert auch die Zusammenstellung des Blutes und regt den Stoffwechsel an. Dies kann Entzündungen in der Lederhaut verursachen, aber nur wenn sie schon davor durch falsche Druckverhältnisse geschädigt war!Auch werden die Pferde üblicherweise im Frühjahr bei Beginn der Weidesaison entwurmt. Die Wurmkur ist ein Gift und kann eine toxische Hufrehe auslösen.Pferde die den ganzen Winter im Futter begrentzt sind und nur Heu fressen, werden im Frühjahr wenn sie auf üppige Weiden kommen dicker, es herrscht somit mehr Gewicht auf der Lederhaut. Sie kann sich entzünden. Aber auch hier nur wenn sie vorher schon nicht gesund war!Ein physiologisch gesunder Huf mit gesunder und stabiler Aufhängung hält auch solcher Veränderungen stand!Konventionelle Behandlung und wieso sie meistens nicht nachhaltig ist.Bei der konventionellen Behandlung geht es nur um die Symptomausschaltung. Es wird meistens davon ausgegangen, dass es eine toxische Hufrehe ist. An eine mechanische Hufrehe wird oft nicht gedacht.Der Huf wird starr und steil gestellt. Dadurch wird die Lederhaut im Zehenbereich überlastet, die Durchblutung in dem Bereich verringert und Nerven abgequetscht. Das Pferd verspürt dadurch zwar vorerst weniger Schmerzen und läuft besser, aber die Zerstörung im Huf schreitet weiter voran. Früher oder später wird das Pferd wieder Schmerzen haben und eine Heilung ist so nicht möglich.Die Pferde werden auf eine radikale Diät gestellt, das Futter wird maximal reduziert. Was das für Folgen hat, habe ich bereits beschrieben, aber ich kann es nicht oft genug sagen. Das Pferd muss mind. 16 h fressen, um seine Darmflora gesund zu erhalten und braucht die Nährstoffe um einen gesunden Stoffwechsel zu gewährleisten und die Heilung zu unterstützen. Wenn das nicht geschieht, wird der Stoffwechsel stark belastet und es kann eine chronische oder toxische Hufrehe entstehen. Die meisten Pferde bekommen Boxenruhe verschrieben. Das Pferd kann sich nicht mehr ausreichend bewegen, eine ausreichende Durchblutung wird so verhindert und der Heilungsprozess gestört.Wie behandle ich die Hufrehe?Zuerst muss man die Ursachen erkennen und zwischen toxischer und mechanischer Rehe unterscheiden.Herstellung der richtigen Winkel und beheben der falscher Druckverhältnisse und Hebelungen im Huf um den funktionierenden Hufmechanismus wiederherzustellen. Bei zu flachem Kronrandwinkel steht das Hufbein automatisch steil und übt falschen Druck auf die Lederhaut aus. Hufrehe ist eine logische Folge davon. Genauso können zu hohe Trachten und Eckstreben das Hufbein hinten hochdrücken und zum kippen bringen, sowie die Durchblutung stören.Das Pferd darf und muss bei mir während der gesamten Heilungsphase ausreichend gefüttert werden und muss ohne Fressbremse auf der Weide stehen. Das frische Gras mit all seinen wichtigen und gesunden Nährstoffen ist wichtig für den Heilungsprozess und die freie Bewegung hat einen positiven Einfluss auf die Heilung aber auch auf die Psyche , die nicht unterschätzt werden darf.Durch das Erkennen und Beseitigen der Ursache und Unterstützung des Pferdes beim Heilungsprozess durch Wiederherstellung des funktionierenden und gesunden Hufmechanismus, passender Haltung, genug Bewegung, ausreichend Ernährung und weiteren unterstützenden Therapien (Physio,Schmerztherapie,…) kann man die Rehe bei vielen Pferden wieder dauerhaft heilen.So konnten auch schon viele bereits vom Tierarzt aufgegebene Fälle dauerhaft geheilt werden.

Warum eine artgerechte Haltung für die Heilung und Gesunderhaltung der Hufe und Pferde unerlässlich ist und Boxenruhe oft kontraproduktiv ist:

Die meisten Erkrankungen wie Huferkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Koliken, Hauterkrankungen, und viele viele mehr, kommen meiner Meinung nach durch falsche Haltung und Fütterung der Pferde.Das Pferd braucht die freie Bewegung im Offenstall und auf der Weide um den Organismus zu heilen und gesund zu erhalten. Nur durch ausreichende Bewegung auf gutem Boden kann der Hufmechanismus ausreichend funktionieren und der Körper ausreichend mit Blut versorgt werden. Das Pferd ist auf die Pumpfunktion der Hufe angewiesen um den gesamten Organismus ausreichend mit Blut versorgen und entgiften zu können. Bei Pferden die in Boxenhaltung leben leidet der Organismus stark darunter. Die Pferde haben einen starken Mangel an Bewegung und der Huf- und Pumpmechanismus kann im weichen Einstreu nur schlecht funktionieren. Die Hufe und der gesamte Organismus werden nicht mehr ausreichend mit Blut und Nährstoffen versorgt und können nicht mehr ausreichend entgiften. Alle Organe, der Stoffwechsel, die Verdauung, das Immunsystem und der Bewegungsapparat leiden darunter. Durch den Mangel an Durchblutung wird die Regeneration von verletztem Gewebe auch sehr verlangsamt. Außerdem, greift der Ammoniak in dem Boxenpferde oft stehen müssen, Hufe, Haut und Atemwege an und es fehlt oft an ausreichend frischer und sauberer Luft. Ganz zu schweigen von dem Einfluss, der solch eine Haltung auf die Psyche der Pferde hat. Alle Pferde und ganz besonders kranke Pferde sollten daher nicht in der Box gehalten werden.Auch eine Boxenhaltung nur über Nacht kann schon viele Schäden anrichten und den Heilungsverlauf verlangsamen!Eine rationierte Fütterung ist ebenso schädlich für die Pferde. Pferde sind Dauerfresser und brauchen Heu, Gras, Mineralien und Kräuter ad libitum um den Verdauungstrakt und Stoffwechsel gesund zu erhalten und den Körper mit allen nötigen Nährstoffen zu versorgen. Auch das soziale Leben in einer Herde ist für Pferde wichtig, sowie ein verständnisvoller Umgang ohne Zwang und Ausnutzung.Die Psyche der Pferde darf beim Heilungsverlauf nicht unterschätzt werden. Stress und ein schlechter psychischer Zustand kann die Heilung sehr verlangsamen.Eine ganzheitliche Denkweise ist nötig um Ursachen und Zusammenhänge einer Erkrankung zu verstehen. Nur wenn die Ursachen beseitigt werden und alle Faktoren stimmen, kann der Organismus sich selbst heilen.So habe ich auch schon sehr oft beobachtet, dass konventionell austherapierte und vom Tierarzt oder Hufschmied aufgegebene Fälle nach der Umstellung in eine artgerechtere Haltung und richtiger Hufbearbeitung wieder ganzheitlich und nachhaltig heilen konnten.Eine artgerechte Haltung ist unabdingbar für den Selbstheilungsprozess!Deshalb macht es für mich wenig Sinn an Hufen zu arbeiten wo viele dieser genannten Faktoren nicht stimmen und der Besitzer nicht bereit ist die Haltungsbedingungen so gut wie möglich zu optimieren. Gerade bei kranken und verletzten Pferden ist eine Boxenruhe meiner Meinung nach in vielen Fällen sogar eher kontraproduktiv, weil es für die Pferde oft Stress bedeutet und der Huf und gesamte Organismus so nicht mehr ausreichend durchblutet und entgiftet werden und der Heilungsverlauf verlangsamt wird.Kranke, verletzte Pferde die sich frei bewegen können, wissen meiner Erfahrung nach ganz instinktiv wieviel Bewegung ihnen gut tut und wann sie sich schonen müssen. Sie brauchen dafür keinen Menschen der ihnen das vorgibt. (Natürlich gibt es auch hier wieder Ausnahmen wo man trotz allem nicht um eine Boxenruhe drum rumkommt. Z.B. wenn das Pferd eine so starke Verletzung hat, dass es sich schonen muss und es sich im Offenstall nicht genug schonen kann, weil es von einem anderen Pferd gejagt wird. Dies ist meiner Erfahrung nach jedoch eher selten der Fall.)

Sind die Hufe deines Pferdes wirklich gesund? Oder nur symptomfrei?

Hast du dir selbst schon mal die Hufe deiner Pferde genauer angeschaut? Weißt du ob der Hufmechanismus richtig funktioniert und der Huf in seiner physiologisch richtigen Form ist? Auch wenn das Horn und der Strahl scheinbar noch gesund aussehen und die Pferde lahmfrei laufen, können durch eine falsche Form, im Innenleben schon viele Verletzungen entstanden sein.Die Symptome eines ungesunden Hufes sind auch nicht immer nur ich Huf selbst zu suchen. Neben Strahlfäule, Einblutungen, Rissen und Hufabszessen, können unter anderem auch Ödeme, Mauke, Arthrose, EMS, Cushing und Kissing Spines Symptome eines ungesunden Hufes sein. Der gesamte Organismus des Pferdes ist nämlich auf den funktionierenden Hufmechanismus angewiesen. Durch einen schlecht funktionierenden Hufmechanismus werden die Hufe und der Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, was den Stoffwechsel und die Organe stark belastet. Der gesunde Hufmechanismus funktioniert nur wenn der Huf in seiner physiologisch richtigen Form ist und alle Strukturen am richtigen Platz sind. Das heißt, +/- 30° Kronrandwinkel , 45° Vorderwandwinkel der Vorderhufe und 55° Vorderwandwinkel der Hinterhufe. Die Trachten dürfen nicht zu hoch und untergeschoben sein und die Eckstreben dürfen nicht über der Sohle liegen. Die Zehe soll nicht zu lang sein und der Huf sollte ein schönes Gewölbe haben. Ein zu flacher Kronrand, zu lange Zehe oder Trachten oder auf der Sohle liegende Eckstreben, verhindern den gesunden Hufmechanismus und führen zu falschen Hebelwirkungen, Quetschungen und Verletzungen im Huf. Das Pferd kann die kranke Hufsituation oft sehr lange körperlich ausgleichen, so dass die Verletzungen im Inneren des Hufes oft unbemerkt fortschreiten und auffällige Symptome erst später auftreten.Falls du dir unsicher über die Gesundheit der Hufe deiner Pferde bist, kannst du gerne eine Hufanalyse bei mir buchen. Du schickst mir Fotos von den Hufen deiner Pferde. Ich analysiere die Fotos und schicke dir einen detaillierten Bericht über den Zustand der Hufe. Ich sage dir ob die Hufe gesund sind und ob und weshalb etwas geändert werden sollte.